Themen

Projekte

Die JVA Bützow führt, im enger Zusammenarbeit mit dem Verein „Freundeskreis der JVA Bützow e.V.“, regelmäßig Freizeitprojekte durch.Die Projekte werden von ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern sowie externen Künstlern begleitet. An den Freizeitmaßnahmen nehmen männliche sowie weibliche Gefangenen teil. Die Maßnahmen werden in der Regel am Wochenende bzw. am späten Nachmittag durchgeführt.

Graffitiprojekt der JVA Bützow – „respekt“

Thematische und bildhafte Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten Demokratie und Toleranz sowie Entwicklung von interkulturellem Verständnis bei Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Bützow

Externe Dozenten, hier der Künstler Karl Michael Constien aus Jürgenshagen bei Bützow, zeigen den Gefangenen den Umgang mit der Farbe.

Der Verein Freundeskreis der Justizvollzugsanstalt Bützow e.V. führte 2008 in Zusammenarbeit mit der Justizvollzugsanstalt Bützow das Kleinprojekt „respekt“ durch. Ziel des Kunstprojektes war, bei weiblichen und männlichen Strafgefangenen interkulturelles Verständnis zu entwickeln und so eine Stärkung des Demokratieverständnisses und der Toleranz zu bewirken.

Gestaltung eines Bauwagens zum Thema „Demokratie und Toleranz“.

Bis zu 10 Strafgefangene arbeiteten gleichzeitig im Projekt. Sie stellten in ihrer Freizeit gemeinsam mit dem Dozenten Herrn Karl-Michael Constien und zwei ehrenamtlichen Vereinsmitarbeiterinnen Graffiti-Kunst her. Vor der praktischen Umsetzung wurde das Projektthema theoretisch erörtert und gemeinsam nach künstlerischen Ideen gesucht. Denn nicht nur das Sprayen, sondern insbesondere die gedankliche und praktische Auseinandersetzung mit der Thematik Toleranz und Demokratieverständnis standen im Mittelpunkt des Projekts. Die Entwürfe wurden in den Gruppen vorgestellt, gemeinsam diskutiert und im Ergebnis einer demokratischen Abstimmung für die praktische Arbeit ausgewählt.

Übergabe von Graffitis zum Thema „WIR Erfolg braucht Vielfalt“ an die Landtagspräsidentin Frau Brettschneider. Die großen Tafeln wurden auch der Bundesgartenschau in Schwerin 2010 ausgestellt.

Im weitern Projektverlauf wurden diese Skizzen dann auf Tafeln/Leinwand und auf einen Bauwagen übertragen.Mit Unterstützung der Stadtvertretungen sowie des Landrates, konnten die großflächigen Graffitis in der Stadt Bützow sowie im Landkreisgebäude in Güstrow mit großem Erfolg öffentlich ausgestellt werden.

Frau Justizministerin Kuder.





Dieses Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, VIELFALT TUT GUT, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


Musikprojekt der JVA Bützow – „Rap und mehr hinter Gittern“

Im Rahmen des extern geförderten Freizeitprojekts „Rap und mehr hinter Gittern“ haben Strafgefangene der JVA Bützow im Zeitraum vom 01. Mai 2009 bis zum 30. September 2009, gemeinsam mit Musikdozenten sowie ehrenamtlich tätigen Bürgern eine eigene Musik-CD hergestellt.

Kernziel des Projekts war es, sich inhaltlich mit eigenen biographischen Erfahrungen zum Thema Intoleranz und Gewalt sowie darüber hinaus mit Straftat und Folgen auseinanderzusetzen.

Die Freizeitmaßnahme wurde während des gesamten Projektzeitraumes einmal wöchentlich mit einer Teilnehmeranzahl von bis zu 13 Strafgefangenen durchgeführt. Nach relativ kurzer Durchführungszeit kristallisierte sich heraus, dass die Teilnehmer Rap-Musik als das richtige Medium ansahen, um Ihre Ideen zu vertonen. Mit fachlicher Unterstützung der Dozenten Herr Gbessaya und Herr Wegner feilten wir sehr intensiv an Texten und Musik. In der Zeit zwischen den Projektveranstaltungen wurden die geschriebenen Texte und produzierten Beats auch anderen Mitgefangenen vorgetragen und überarbeitet. Somit nahm fast die gesamte JVA großen und durchweg positiven Anteil am Musikprojekt.

Über diesen Weg weckte das Projekt auch Interesse bei nicht an der Herstellung von Musik interessierten bzw. nicht am Schreiben von Texten interessierten Strafgefangenen. Diese erklärten sich bereit, ebenfalls an den Freizeitveranstaltungen teilzunehmen und durch die Herstellung von Zeichnungen an der Erstellung des Booklet mitzuwirken. Somit können wir an dieser Stelle sagen, dass nicht nur die Musik und die Texte in der JVA Bützow entstanden sind, auch das Layout und die Produktion erfolgte in der Anstalt. Unsere CD hat eine erste Auflage von 100 Stück und das Copyright liegt bei der JVA Bützow.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit konnte die CD bereits auf zwei Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die CD wurde und wird an Schulleiter, Schulsozialarbeiter und Leiter von Jugendclubs überreicht. Diese fungieren als Multiplikatoren und treten, sowohl im Rahmen des Unterrichts als auch während der Jugendfreizeit, über die CD mit ihren Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einen themenbezogenen Dialog. Des Weiteren nimmt die JVA Bützow gegenwärtig an einem bundesweiten Wettbewerb der Justizvollzugsanstalten zum Thema Musik teil.

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Öffentliche Vorstellung der CD "Rap und mehr hinter Gittern", im Herbst 2009

Anhören

Literaturprojekt - „Lyrik und Prosa – aufgeschrieben hinter Gittern“

Im Vordergrund des Projekts stand die sinnvolle Freizeitbeschäftigung von nichtarbeitenden und arbeitenden Strafgefangenen. Die Teilnehmer sollten auf der sprachlichen Ebene geschult werden, sodass sich die Flüssigkeit des Ausdrucks, die Vielfalt der Wörter bzw. die Farbigkeit der Schilderung verbessert. Weitere Aspekte der Projektumsetzung waren die Entwicklung einer Sensibilität für Lebensthemen und –fragen, die eine positive gesellschaftliche Entwicklung fördert. Akute Dissonanzen für die Empfänglichkeit für gewalttätige Handlungen oder Identifizierung mit extremistischen Weltanschauungen wurden im Projekt thematisiert. Der Austausch von Kultur- und Lebenserfahrungen, die dazu führen können, dass die/der Gefangene lernt, Gefühlen Ausdruck zu verleihen bzw. lernt eigene Gefühle zuzulassen, stand zudem im Fokus. Dies wurde in schriftlicher, z. B. lyrischer Form formatiert, festgehalten und in einer Broschüre abgedruckt.

Als Dozent der Freizeitmaßnahme konnte Herr Wolfgang Severin Iben gewonnen werden. Er ist ein Bützower Schriftsteller und Maler und erklärte sich zu dieser interessanten und intensiven Projektarbeit bereit.

Ziel der Freizeitmaßnahme war es weiterhin, ein differenziertes Bild von der JVA Bützow nach außen zu tragen und darzustellen, dass die Insassen nicht nur athletisch und grobmotorisch fungieren, sondern auch in schöpferisch interessierter und kreativer Tältigkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung nachgehen.
Eine Gruppe von in der Regel 10 bis 12 Teilnehmern traf sich im Zeitraum von Mai bis Ende Juli 2010 jeweils montags in der Zeit von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr.Herr Severin Iben und Frau Hansen leiteten die Gruppe an. Es wurden rund 80 Texte, Geschichten und Gedichte geschrieben. Diese geben sehr persönliche Fassetten der jeweiligen „Autoren“ preis. Im Rahmen der Projektdurchführung trugen die Strafgefangenen die jeweils neuen Texte vor und die Gruppe gab ein Feedback dazu. In jeder Projektveranstaltung wurde diskutiert. Die Autoren erhielten aus der Gruppe und vom Dozenten Hinweise zur Erarbeitung und ggf. zur Überarbeitung. Zum Ende der Projektlaufzeit wurden die geschrieben Texte in einer Broschüre zusammengestellt. Die öffentliche Vorstellung des Projekts erfolgte am 28.08.2010 im Rahmen des Stadtfestes der „Bützower Gänsemarkttage“. Die Autoren beabsichtigen mit ihrer Broschüre am Ingeborg Drewitz Literaturwettbewerb 2010 teilzunehmen.

Hinweis


Medienprojekt - der Film "Underdogs"

Zum ersten Mal wurde 2004 die JVA Bützow als Drehort für einen Kino-Film genutzt. Neben der Bereitstellung der filmischen Kulisse erhielten Strafgefangene die Möglichkeit zur Mitwirkung als Komparsen. Der Film „Underdogs“ kam im Herbst 2008 in die deutschen Kinos und die DVD erschien 2009.

Die Filmpremiere fand in der JVA Bützow statt. Strafgefangene wie auch geladene Gäste nahmen an der Veranstaltung teil und spendeten dem Film großen Applaus.


Anlässlich der Premierenfeier - der rote Teppich in der JVA Bützow.


Herr Jörg Jesse, Abteilungsleiter im Justizministerium Schwerin, und Frau Agnete Mauruschat, Anstaltsleiterin


Trailer

Bundesweites Pilotprojekt „Hunde im sozialen Einsatz“

Die JVA Bützow hat im Zeitraum 2008 bis 2009 erstmalig im deutschen Strafvollzug in Zusammenarbeit mit der Kynos-Stiftung das „Projekt Hunde im sozialen Einsatz“ durchgeführt.
Pilotprojekt „Hunde im sozialen Einsatz - Patenhunde“
Justizvollzugsanstalt Bützow in Zusammenarbeit mit der Kynos Stiftung

Kurze Information zur Kynos-Stiftung:

Die Kynos-Stiftung „Hunde helfen Menschen“ ist eine anerkannt gemeinnützige Stiftung. Sie wurde im Jahre 1998 vom Ehepaar Fleig gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Gleichstellung von Assistenzhunden für Behinderte gegenüber den staatlich geförderten Blindenhunden für Sehbehinderte zu erreichen. Derzeit wird die Aufzucht und Ausbildung von Assistenzhunden nicht staatlich unterstützt. Die Stiftung versucht einen sozialen Ausgleich zu schaffen und unterstützt Rollstuhlfahrer, Behinderte, Hörgeschädigte, Alte und Kranke bei der Bereitstellung von entsprechend ausgebildeten Assistenzhunden, um das tägliche Leben für diese Menschen erheblich zu erleichtern. Die Kynos-Stiftung hat ihren Hauptsitz in Nedlen in der Eifel, ist jedoch deutschlandweit aktiv in der Aufzucht, Ausbildung und Vermittlung von Assistenzhunden.


Die Hunde der Rasse Labradoodle (Pudel und Labrador-Kreuzung): Pacco, Wotan und Ben.

Gemeinsames Training mit dem Hundetrainer der Kynos-Stiftung

Kontaktdaten:

Kynos Stiftung „Hunde helfen Menschen“
Frau Petra Kolbe, Projektverantwortliche und Geschäftsführerin der Stiftung
Konrad-Zuse-Straße 3
54552 Nedlen/Eifel
Tel.: 06592/1730390; Fax: 06592/17303920
E-Mail: info@kynos-stiftung.de
Homepage: www.kynos-stiftung.de

Darstellung der Projektumsetzung:

Im Herbst 2008 ist die Kynos-Stiftung mit einem Projektvorschlag und der Bitte um Zusammenarbeit an Frau Anstaltsleiterin Mauruschat herangetreten. Ziel der Zusammenarbeit sollte es sein, in der Justizvollzugsanstalt Hundewelpen zu sozialisieren und durch den engen persönlichen Kontakt besonders auf den Menschen zu prägen. Aus Sicht der Kynos-Stiftung bietet der Vollzug besondere Möglichkeiten für eine intensive Sozialisation von Therapiehunden. über geeignete Gefangene, die dann während der Projektzeit 24 Stunden am Tag mit dem Hund zusammen leben. Im Alter von etwa 14 Monaten müssen die Hunde dann wieder an die Stiftung abgegeben werden, um die weitere, spezielle Ausbildung für ihre spätere Arbeit als Assistenzhund zu erhalten. Das durch die Kynos-Stiftung vorgelegte Konzept enthielt alle notwendigen Grundlagen und Voraussetzungen, um ein praxistaugliches Modellprojekt ins Leben zu rufen.

Es begann, mit dem Auswahlverfahren der Strafgefangenen für die Teilnahme am Projekt. Im Ergebnis wurden drei Strafgefangene als sogenannte „Hunde - Paten“ ausgewählt und anschließend im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung, im Beisein des Vollzugsabteilungsleiters und einer Vertreterin der Kynos-Stiftung, in die praktische Projektarbeit eingewiesen.

Am 29.10.2008 wurden die drei Hundewelpen der Kreuzungsrasse „Labradoodle“, nebst Ausbildungsmaterial und Futter, an die Justizvollzugsanstalt Bützow zur Pflege und Ausbildung übergeben.

Ab Anfang November 2009 fanden dann, im wöchentlichen Rhythmus, in der Justizvollzugsanstalt Bützow Ausbildungseinheiten gemeinsam mit dem Trainer der Kynos-Stiftung statt.

Ziel dieser Einheiten war es, den Strafgefangenen / Paten die Grundlagen der Hundesausbildung zu vermitteln und diese praktisch bei der Einübung der ersten Ausbildungsschritte zu unterstützen. Die Strafgefangenen erhielten konkrete, dem Ausbildungsstand des jeweiligen Hundes angepasste Arbeitshinweise von der Stiftung.

Die „Labradoodle“ haben sich schnell in der Justizvollzugsanstalt eingelebt und waren, nach Aussage der Strafgefangenen sowie der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Hafthauses – G, nicht mehr aus dem Alltag der Anstalt wegzudenken.

Mit Wehmut nahmen die Strafgefangenen/Paten im Sommer 2009 Abschied von „ihrem Hund“. Sie taten dies jedoch mit dem Wissen, dass ihre Projektmitarbeit/Patenschaft mit dazu beiträgt, dass ein behinderter Mensch mit dem Hundegefährten an der Seite, zukünftig ein besseres Leben haben wird.

Das Projekt „Hunde im sozialen Einsatz“ ist eine weitere Form der Resozialisierung. Es wird mithelfen die Wiederanpassung an die gesellschaftlichen Normen besser zu ermöglichen und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtern.


Mit regem Medieninteresse wurde das Hundeprojekt in der JVA Bützow im März 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.


Plangemäß verließen uns die Hunde nach Abschluss der Grundausbildung im Sommer 2009 die JVA Bützow. Sie erhielten ein Spezialtraining und wurden an geeignete Menschen übergeben.

Fachliche Nachfragen richten Sie bitte an die Kynos-Stiftung. Internetadresse: www.kynos-stiftung.de


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